13. Die Sache mit der Moral

(„Gut“ ist, was einem gut tut)

Die Regel Nr. 1 des Zusammenlebens mit dem Hund besagt, daß wir Menschen unsere Moral- und Wertvorstellungen, Begriffe wie Fairness, Dankbarkeit, Gewissen und Selbstlosigkeit hinten anstellen müssen und nicht versuchen dürfen auf unseren Vierbeiner zu übertragen. Ein Hund hat andere Wertmaßstäbe und diese sind für ihn nicht weniger gut und richtig. Er denkt z.B. in durchaus autoritären Kategorien und hält rein gar nichts von unserer viel beschworenen Demokratie. Er wird seinen Besitzer daher unter Umständen, wenn er sich mit ihm in der familiären  Rangordnung auf einer Stufe wähnt, herausfordern oder gar angreifen, weil nach seiner Logik nun einmal nur einer der Boss sein kann. In einer solchen Situation vom Tier enttäuscht zu sein ist nur aus unserer menschlichen Sicht verständlich. Aus der Sicht des Hundes isst es einfach töricht. Denn er will schließlich nur für klare Verhältnisse sorgen. Es ist an uns Menschen, ihm dabei rechtzeitig und liebevoll aber bestimmt zu helfen. Wir Menschen müssen ihm einen festen Platz in der familiären Rangordnung zuweisen. Denn nur einer, der Hund oder sein Herr, kann nach den gültigen Regeln des Rudels die Rolle des Leittiers übernehmen. Und Vorsicht lieber Hundefreund: Hunde nahmen ihren Job des Rudelführers sehr ernst!!! Tun Sie es auch.

Machen Sie sich von Anfang an klar, daß man mit einem Hund, zumal wenn es sich um ein größeres Exemplar handelt, nur zusammenleben kann, wenn er deutlich und sicher am untersten Ende Ihrer familiären Rangordnung steht. Räumen Sie auch den schwächeren Familienmitgliedern, etwa der Oma und den Kindern, von vorn herein eine dem Hund deutlich übergeordnete Stellung in der Gemeinschaft ein. Der Sinn der Übung kann schließlich nicht sein, daß das Familienoberhaupt mit dem Tier so gerade eben fertig wird, während sich alle andern in Acht nehmen müssen. Die Klärung von Rangordnungsfragen besteht aber nicht, wie es vielfach noch geglaubt wird, darin, daß Sie Ihren Hund ab und an so richtig windelweich prügeln müssen, damit er wisse, „wer der Herr im Hause ist“. Im Gegenteil! Es geht darum, daß Sie erwünschte Verhaltensweisen Ihres Hundes gezielt belohnen, bis er selbst feststellt, daß es ihm am besten geht, wenn er sich Ihnen unterordnet. Dann wird er es freudig, unbefangen und frohen Herzens tun, und Sie werden viel Freude und Spaß miteinander haben.


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