17. Futter ist nicht alles

(Der Zugang zum Fernsehsessel)

Der Hund besitzt sein Futter nicht, sondern er bekommt es von uns- mit eventuellen Auflagen- zugeteilt. Das gleiche sollte natürlich für alle anderen schönen Dinge des Lebens wie Liegeplätze, Spielzeug u.ä. genauso gelten. Ein Hundebesitzer, den sein Hund knurrend vom Sofa oder etwa aus dem Ehebett weist (oh ja, das gibt es !), ist nicht nur ein Bild des Jammers, sondern akut gefährdet, sich nächstens einen Biss einzufangen. Im Rudel sucht sich der Rudelführer auch die angenehmsten Liegeplätze aus. Wenn einem Hund dieses Vorrecht also zugestanden wird, dann muss er geradezu annehmen, daß er das Leittier sei. Und was dies in der Konsequenz bedeutet, wissen wir bereits. Es ist also sinnvoll, den Hund beizeiten daran zu gewöhnen, daß seine Menschen stets zu allen Dingen den Vortritt haben. Das sollte auch für den eigentlichen Liegeplatz des Hundes gelten. Sich es ab und zu im Hundekörbchen gemütlich zu machen mag ein unkonventioneller Vorschlag sein und je nach Hundekorb vielleicht auch eher etwas für gelenkige Menschen. Sinnvoll wäre es allemal. Sie kennen ja schon die Zusammenhänge, diese Dinge haben für Hunde symbolische Bedeutung. In die Sprache des Hundes übersetzt würde Ihre erheiternde kleine Turnübung heißen: “Ich bin der Boss und weil ich das bin, sitze ich hier wann und solange es mir passt!“ Ähnliches gilt natürlich auch für Spielzeug und alle anderen Dinge. Der Hund sollte kein „Eigentum“ besitzen, zumindest keines, das er seiner Familie gegenüber verteidigen dürfte. Deshalb ist es ratsam, die Lieblingsspielsachen des Hundes nach Möglichkeit als letzter, als Sieger gewissermaßen zu behalten. Es spricht natürlich nichts gegen ausgelassenes und reichliches Toben und Spielen mit seinem Hund. Im Gegenteil. Stöckchenwerfen, Bälleschmeißen, Tauziehen, alte Lumpen durchkauen, Äste durch die Gegend schleppen, halbvergammelte Knochen als Schätze begraben. Die Welt eines Hundes ist doch voller wunderbarer und aufregender Sachen, und alle können sie mit etwas Phantasie als Spielsachen benutzt werden. Nur, daß unser Tierchen am Ende diese Dinge nicht einkassieren, um sie dann womöglich nicht ohne Murren wieder herauszugeben, daß geht natürlich nicht. Selbst wenn Sie auf Ihren alten durchgebissenen Tennisball keinen Wert mehr legen und Sie dem ganzen daher keine große Bedeutung beimessen, muß Ihnen klar sein, daß Ihr Hund es falsch interpretieren könnte, wenn Sie ihn gewähren lassen. Wenn das Tier manchmal schon „so komisch guckt“ oder gar die Zähne fletscht, wenn man in die Nähe seiner Habseeligkeiten gerät, dann sollte man sich grundsätzlich Gedanken über seine Hundehaltung machen. In einem solchen Fall hat mal sich mit dem Tier offensichtlich gründlich missverstanden, und weitere Schwierigkeiten sind nicht nur zu befürchten, sondern sind vorprogrammiert. Es wird daher ratsam sein, sich an einen erfahrenen Züchter oder Hundeausbilder zu wenden.