5. Der Preis  


            Bei einem Altdeutschen Schäferhundwelpen liegt der Anschaffungspreis i.d.R. für einen Welpen zwischen 1000 € und 1500 € . Wenn der Kaufpreis schon ihre finanziellen Möglichkeiten übersteigt, sehen Sie davon ab, sich einen Hund zuzulegen, denn die Folgekosten, für ein ganzes Hundeleben,  liegen um ein Vielfaches höher.

Finger weg von "Billigangeboten"

Die Hunde von solchen Vermehrungsstationen sind meist weder geimpft, noch entwurmt und über die Elterntiere kann man nur mutmaßen.  In vielen Fällen liegen die Folgekosten für den Tierarzt weitaus höher, als der Kaufpreis eines Rassehundewelpen eines verantwortungsbewussten Züchters es je sein wird. Ein guter Züchter wird seine Welpen nicht an jedermann abgeben und sich die Entscheidung, Ihnen einen Welpen anzuvertrauen, immer bis zum Schluß vorbehalten. Er wird Ihnen auch das ganze Hundeleben lang zur Verfügung stehen, falls Fragen oder Probleme auftreten und Sie gut beraten können. Er kennt seine Hunde schließlich in- und auswendig.

Es gehört auch etwas mehr zum Züchten dazu als nur die Verpaarung von Hunden, weil man vielleicht der Meinung ist, der eigene Hund ist "so toll" und man müßte unbedingt einen Welpen davon haben oder, es  ist ja "soooo niedlich", einen Wurf zu haben. Man muß auch das "richtige Händchen" und eine ganze Menge Wissen haben, damit die Welpen später gesund und munter in ihr neues zu Hause umziehen können.

 

Aufgepasst bei extrem überteuerten Preisen und merkwürdigen Farben

 

Ab und an liest man auf diversen Seiten Angebote wie: "Hunde in besonders seltenen Farben!" Erkundigen Sie Sich zuvor bei einem Rassehundeverein, ob diese Farben überhaupt zugelassen sind. Sie finden die zulässigen Farben auch im Rassestandard. Häufig handelt es sich dabei um Fehlfarben (z.B. blau oder schokobraun) welche durch einen Gendefekt hervorgerufen werden.

Teilweise wurden auch andere Rassen, wie weiße Schweizer Schäferhunde eingekreuzt um eine Farbaufhellung (gerne als "Silbergrau" bezeichnet) zu erhalten. Der weiße Schäferhund ist eine eigenständige Rasse und daher handelt es sich schlichtweg um Mischlinge.

Noch abenteuerlicher wird es, wenn die Hunde plötzlich aussehen wie Wölfe (damit ist nicht das normale grau-braun gemeint) oder sogenannte "Panda Shepherds", welche aussehen, wie Pandabärchen.

Diese Hunde mögen sich von der Masse durch ihr Aussehen abheben, rechtfertigen aber keinesfalls einen Preis von 1000 € und mehr.

Man sollte sich vielmehr fragen, warum solche eigenartigen Farben immer nur bei bestimmten Leuten auf die Welt kommen.

 

Wenn Sie Sich bei verschiedenen Züchtern erkundigen, wie hoch der Preis liegt, werden Sie Unterschiede feststellen können.

Hier gilt: Vorsicht bei sogenannten Billgangeboten, die weit unter dem Normalpreis anderer Züchter angeboten werden.

Die vernünftige Aufzucht eines Welpen erfordert vom Züchter sehr viel Zeit und Geld.

Die Welpen sollten im Wohnraumraum oder einen separaten Wurfzwinger des Züchter zur Welt kommen und dort mindestens 4 Wochen verbleiben um eine ideale Aufzucht gewährleisten zu können.

Danach sollte für die Welpen auch im Außenbereich genügend Platz zur Verfügung stehen (Welpenzwinger, großer Auslauf mit Spielzeug).

Die Wurfbesichtigung durch den Zuchtwart erfolgt in den ersten 3 Lebenstagen nach der Geburt.

Die Welpen werden in der Regel ab der 2. Woche und bis zur Abgabe alle 14 Tage erneut entwurmt (das Muttertier ebenfalls).

Mit der 3. Woche geht es dann spätestens in den Kampf: Welpen füttern!!!

Als erstes bekommen die Welpen 4-5 mal täglich lauwarme Welpenmilch, dieses wird nach ein paar Tagen mit kleingematschem Dosenfutter vermischt  und ab der 3. Woche mit aufgeweichtem Welpenfutter verrührt. Mit der 5. - 6. Woche fangen sie dann an, aus Mama´s Fressnapf zu probieren. Dann wird es Zeit, die Welpen auf Trockenfutter umzustellen.

Zwischen der 7. und 8. Woche werden die Welpen dann von einem Tierarzt untersucht ( Zähne, Rachen, Lunge, Lymphknoten, Hoden, Herz, Zähne, eventuelle Nabelbrüche, Knickruten o.Ä.) und wenn alles in Ordnung ist geimpft.

Ebenfalls mit der 8.Woche erfolgt nach der Impfung die Wurfabnahme durch den Zuchtwart, bei der die Welpen dann gechipt und ins Zuchtbuch eingetragen werden. Sollte etwas nicht n Ordnung sein, wird dies durch den Zuchtwart im Wurfmeldeschein vermerkt.

Welpen mit gravierenden Mängeln erhalten den Aufdruck "Nicht zur Zucht geeignet" in die Ahnentafel.

Sollte ein Welpen mal etwas länger beim Züchter verbleiben, muß dieser mit der 12. Woche nachgeimpft werden, um den Impfschutz zu erhalten.

 

Der Preis eines Welpen setzt sich wie folgt zusammen:

  1.Kosten für die Anschaffung einer eventuell späteren Zuchthündin (Welpe).

  2.Kosten für Aufzucht, Ausbildung, Ausstellungen (eventuell auch mal mit Hotelübernachtung) und die erforderlichen Untersuchungen.

  3.Kosten für Zuchttauglichkeitsprüfung und Körung.

Bis 18 Monate (bei Großrassen) hat der Züchter einige 10.000 € alleine in die Zuchthündin investiert.

4. Abstrich bei Beginn der zu deckenden Hündin auf Keime und Bakterien (ggfs. Behandlung durch den Tierarzt)

  5. Auswahl eines geeigneten Deckrüden.

6. Progesterontests zur Bestimmung des Decktages.

  7. Kosten für den Deckakt (+Fahrtkosten, eventuell auch einige Tage Hotelaufenthalt).

  8. Spezielle Fütterung der tragenden Hündin.

9. Ultraschalluntersuchung

  8. Geburt der Welpen (eventuelle Tierarztkosten: Kaiserschnitt, Nachblutungen der Hündin, kranker Welpe usw.)

9. mindestens 2x täglich Kochwäsche für die Bettlaken zum Auslegen der Wurfkiste

  10. Die erste Wurfbesichtigung durch den Zuchtwart.

  10. Kosten für Medikamente (Wurmkur) und Spezialfutter für die Welpen.

11. Kosten für Hobelspäne, Decken und Spielzeug, welches in rauen Mengen benötigt wird.

12. Kosten für Untersuchungen, Impfungen und ausstellen von EU Pässen durch den Tierarzt.

13. Kosten für die Wurfabnahme durch den Zuchtwart, chippen , Eintragung ins Zuchtbuch und Ahnentafeln.

14. Kosten für Inserate, zeitintensive Gespräche mit den Welpenkäufern (vorab meist telefonisch).

15. Kosten für Homepage und ständige Aktualisierungen, wöchentlich Fotos machen usw.

 

Falls man dieses alles zusammenrechnet, hat der Züchter bis zur 8. Woche einige 1.000,-€ in die Welpen investiert, ohne  auch nur einen Cent zu „verdienen“. Und dies sind nur Auszüge der Kosten, die auf einen Züchter zukommen, da man immer noch die Variable X (für nicht eingeplante Kosten außer der Reihe) in seiner Berechnung hat.

Nicht dazugerechnet ist selbstverständlich der Zeitaufwand und Kosten für Zwingeranlagen, Ausläufe, Spielzeug, Zubehör und was sonst noch alles außer der Reihe passieren kann, falls die Hündin oder die Welpen krank werden sollten.

Bei größeren Würfen ist es mit viel Glück gerade kostendeckend, bei kleinen Würfen legt der Züchter ordentlich Geld dabei.

Frage:

 wie schaffen es manche Züchter, die Welpen mit Papiere für 250-350 € abzugeben, wo ein reeller Preis bei ca. 1000 - 1500 € liegt, um die Kosten zu decken.

Die Antwort: 

Es gibt auch unter Züchtern schwarze Schafe, die an allem Notwendigen sparen.

Da werden Hunde ohne Papiere in die Zucht genommen und von zweifelhaften Verbänden mit kompletten Ahnentafeln bestückt, HD Auswertungen der Eltern gibt es nicht oder wurden am PC gefälscht, in den Ahnentafeln steht weder ein Körbericht noch eine Zuchttauglichkeitsprüfung, sondern lediglich ein Stempel auf dem "zuchttauglich" oder eine Körklasse ohne den entsprechenden Körbericht steht.

Wir raten von diesen „Billigangeboten“ ab. Sie sparen vielleicht ein paar Euro, bei der Anschaffung, die anschließenden Tierarztkosten jedoch, belaufen sich erfahrungsgemäß auf das 3-4 fache des Preises, den Sie bei einem seriösen Züchter für Ihren Welpen bezahlt hätten.

Mit der Zucht reich werden kann man nicht, denn ein guter Züchter investiert alles wieder (falls mal etwas übrig bleibt) in seine Hunde  da er in der Regel auf ein paar alte Hunde hat, die er versorgen muß und gerade die kosten meist mehr im Unterhalt, weil bei Hunden halt auch im Alter die Wehwehchen auftreten.