Giardienbefall beim Hund


Giardienbefall macht sich durch übelriechenden Durchfall mit Luftbläschen und / oder Blutbeimengungen bemerkbar (ähnlich wie bei Kokzidienbefall). Viele erwachsene Hunde tragen Giardien in sich, ohne, daß es zu einem sichtbaren Krankeitsbild, wie Durchfall oder Erbrechen, kommt. Sie scheiden diesen Erreger aber aus und können andere Hunde damit infizieren.  Bei Welpen und alten Hunde kommt es aufgrund eines schwächeren Immunsystems zum Durchbruch der Erkrankung, welche bei immungeschwächten Tieren (unbehandelt) zum Tode führen kann.
Bei Verdacht auf Giardien, sammeln Sie genau wie bei Kokzidienbefall, den Kot von 3 Tagen ein und bringen diesen zu Ihrem Tierarzt. Die meisten Tierärzte können einen Schnelltest machen. Andernfalls wird der Kot in ein Labor geschickt und dort wird eine sogenannte "Quetschprobe" gemacht. Bitte achten Sie auf strenge Hygiene, falls Ihr Hund sich mit Giardien angesteckt hat, da diese auf den Menschen übertragbar sind und bei kleinen Kindern und älteren Menschen ebenfalls gefährlich werden können.

Giardien findet man häufig in Pfützen, Gartenteichen und stehenden Gewässern!

Giardien (G.) sind einzellige Geißeltierchen (Flagellaten). Sie kommen weltweit im Darm zahlreicher Säugetiere vor. Sie stellen auch für den Menschen als Zoonoseerreger eine Gefahr dar. Beim Menschen ist  G. duodenalis (syn. G. intestinalis, G. lamblia) ebenso wie bei Hund und Katze ein weit verbreiteter Darmparasit. Giardien gehören neben den Spulwürmern zu den am häufigsten vorkommenden Parasiten bei Hund und Katze. Die infektiösen Zysten werden zu Hunderttausenden mit dem Kot der Tiere ausgeschieden.

Infektionswege

Die Infektion erfolgt mit infektiösen Zysten über kontaminiertes Futter,  Wasser oder Schmierinfektionen. In den USA lassen sich in bis zu 80 Prozent der Rohwasserproben Giardien nachweisen (Aspöck 2002). Fliegen spielen eine weitere Rolle bei der Verbreitung der Erreger und der Kontamination des Futters (Mehlhorn 1997). Bereits 10 Zysten reichen als Infektionsdosis aus (Mehlhorn 1997, Aspöck 2002, Tenter und Deplazes 2005). Die in die Umwelt ausgeschiedenen Zysten sind sofort infektiös. Im Darm des Wirtes löst sich die Zyste auf und entlässt zwei Protozoen, die Trophozoiten. Diese heften sich an die Mikrovilli der Zellen der Darmschleimhaut. Hier vermehren sie sich durch Zweiteilung (Rommel 2000, Dongus 2003). Unter günstigen Bedingungen können sich die Giardien ausgesprochen stark vermehren. Gleichzeitig beginnt die Umbildung zur widerstandsfähigen Zyste, die dann wieder zwei Trophozoiten enthält. Die Zysten werden in großen Mengen (bis zu 10 Mio. Zysten pro Gramm Kot) über einen Zeitraum von 4 bis 5 Wochen, manchmal sogar Monate ausgeschieden (Rommel 2000, Dongus 2003, Tenter und Deplazes 2005). Dieser Zeitraum verlängert sich, wenn immer wieder ansteckungsfähige Zysten aus der Umwelt aufgenommen werden. Die ausgeschiedenen Zysten bleiben in kühlem Wasser (4°C) bis zu 3 Monate infektiös, in feuchten Böden bis zu 7 Wochen. Unter optimalen Bedingungen können diese mehrere Monate lebensfähig bleiben. 

Entwicklungszyklus von Giardia

Quelle: http://www.intervet.de

 

Panacur in Tablettenform wirkt sehr gut, Suspension hingegen leider nicht. Die Tabletten sollten mindestens 5-7 Tage gegeben werden, um das Verbleiben einiger weniger Giardien im Darm auszuschließen.

Hochwirksam dagegen ist Metronidazol. Dieses Präparat beginnt schon wenige Stunden nach der ersten Eingabe seine Wirkung zu entfalten. Es soll aber trotzdem mindestens für 7 Tage verabreicht werden, damit auch alle Giardien abgetötet werden.