1. Der Einstieg ins Rudelleben 

(Wer schläft wo  warum?)

Da ist er also. Ihr neuer kleiner Hund in seinem neuen Zuhause. Ein Fellbündel auf 4 Tapsen, Füße und Ohren noch zwei Nummern zu groß, im Kopf nur Unsinn und neugierig bis zum Geht-nicht-mehr... Sie haben vollkommen Recht: Er ist wirklich süß! Einfach zum Knuddeln. Wenn man ihn so sieht, fragt man sich, wie man es bisher ohne ihn bloß ausgehalten hat...

Wir lassen Sie jetzt mit ihm erst einmal alleine. Genießen Sie die ersten Stunden in Ruhe...

Nachdem Sie allerdings den ganzen Nachmittag lang so wundervoll getobt haben, stehen Sie am Abend vor dem ersten Problem. Über die Frage nämlich, wo er denn die erste Nacht verbringen soll, ist der Welpe mit Ihnen geteilter Meinung. Sie haben für ihn ein wunderhübsches Körbchen gekauft. Sie haben keine Zeit und Mühe gescheut, einen Platz im Flur oder unten an der Treppe zu finden, wo er niemandem im Wege ist. Vielleicht ist er sogar an seinem Plätzchen eingeschlafen. Aber schon nach kurzer Zeit wacht er auf und langweilt sich. Und heult. Oder er vermisst seine Mama und seine Geschwister. Und heult. Oder er kommt sich überhaupt ganz mutterseelenallein vor. Und heult. Zum Steinerweichen.

Was Ihnen nicht nur die Nacht- sondern auch die Seelenruhe rauben wird. Völlig klar.

Nun werden Sie jetzt denken, dann geht man eben zu dem kleinen Racker hin und tröstet  und beruhigt ihn ein wenig. Damit er zwischendurch einmal merkt, daß er nicht ganz verlassen ist... Und siehe da, es hilft! Solange Sie da sind. Aber eben nur so lange...

Denn kaum gehen Sie erneut ins Bett, heult er schon wieder: Diesmal zur Abwechslung, zum Gotterbarmen.

Wenn Sie jetzt wieder zu ihm hingehen, dann hat der seine erste Lektion soeben gelernt: Wenn ich mich nachts einsam fühle oder  langweile, muß ich nur tüchtig heulen und schon bekomme ich netten Besuch.

Ihr Welpe wird nicht verstehen, daß Sie „zwischendurch nur mal ausnahmsweise“ kommen, er aber grundsätzlich alleine schlafen soll.

Wenn er heult und Sie kommen, dann heult er, damit Sie kommen.

So einfach ist das.

Hunde tun nämlich gerne das, was zum unmittelbaren Erfolg führt - logisch irgendwie.

Ach so, werden Sie jetzt sagen, dann soll man also kräftig mit ihm schimpfen? Wieder falsch.

Denn ein schimpfendes Frauchen „zwischendurch“ ist alle mal attraktiver, als die ganze lange dunkle Nacht allein zu sein.

Nun, was die ersten Nächte anbetrifft, haben wir es also mit folgender Sachlage zu tun:

  1. Der Welpe will, daß Sie zu ihm kommen.

  2. Sie wiederum wollen, daß er ruhig ist.

Dann bringen wir doch beides unter einen Hut: Sie gehen öfters zu ihm hin. Aber ausschließlich dann, wenn er ruhig ist. Und niemals wenn er jault. Es macht übrigens auch nichts, wenn Sie den Kleinen in seinem seligen Schlaf stören ,denn er hat morgens  keine Termine und kann folglich ausschlafen. Worauf es uns im Moment ankommt ist, daß er Folgendes lernt:

  1. Heulen und Lärmmachen führt zu nichts

  2. Wenn man jedoch artig ist, bekommt man von Zeit zu Zeit Besuch.

  3. Und schließlich: Ich bin nicht allein!